Jul 032013
 

Was Anleger über neue nachrangige Unternehmens-Anleihen wissen sollten

Nachrangige Unternehmensanleihen sind in der Regel festverzinsliche Wertpapiere mit einem Festzins, der jährlich gezahlt wird. Veränderte Zinsbedingungen werden im Wertpapierprospekt erfasst. Durch die „unendliche“ lange Laufzeit, stellt sich diese Art von Schuldverschreibung als eine Hybridanleihe dar. Hybrid bedeutet, dass die Anleihe sowohl Eigenkapital als auch Fremdkapital für das herausgebende Unternehmen darstellen kann.

Deshalb sind einige Unternehmen bemüht, diese langlaufenden Anleihen an interessierte Anleger herauszugeben. Am liebsten werden diese Anleihen von Unternehmen in Niedrigzinsphasen platziert.

Aktuelle Einschätzung:

„Im Moment befinden wir uns in einer Niedrigzinsphase.“

Bedeutung von Nachranganleihen im Insolvenzfall

Das Wort nachrangig gibt bereits darüber etwas Auskunft. Im schlimmsten Fall werden bei einer Insolvenz des Emittenten die Inhaber von Nachranganleihen so gestellt, dass Sie wie Aktionäre behandelt werden. Andere, nicht im Nachrang emittierte Anleihen, werden vorgezogen und zuerst aus der Insolvenzmasse befriedigt. In welchem Nachrang die Anleihen stehen, ist im Emissionsprospekt festgehalten.

Rückzahlung von Nachranganleihen:

Emittenten halten sich die Rückzahlung dieser nachrangigen Anleihen offen und bestimmen selbst, wann diese gekündigt oder zurückgezahlt werden. Die Besonderheiten einer jeden nachrangigen Anleihe sollte aus den Emissionsprospekten entnommen werden.

Warum Kaufen einige Anleger nachrangige Anleihen?

Die Verzinsung dieser Anleihen ist allgemein etwas höher als aktuelle Marktkonditionen von langlaufenden Unternehmensanleihen. Dafür nimmt der Anleger billigend in Kauf, dass die Laufzeit fast unbefristet ist und er einem starken Kursänderungsrisiko ausgesetzt sein kann.

Welche Aspekte sprechen für eine Nachranganleihe im Sinne des Emittenten:
  • Langfristiges Fremdkapital/Eigenkapital mit unbefristeter Rückzahlung
  • Der Emittent bestimmt den Rückzahlungszeitpunkt
  • Der Emittent bestimmt im Wertpapierprospekt die Inhalte und Bedingungen


Wie macht der Emittent Gewinn mit einer Nachranganleihe?
  1. In der Regel erwirtschaftet das Unternehmen einen höheren Ertrag als den Zins, so kann er die Gewinnmarge erhöhen.
  2. Wenn eine nachrangige Anleihe in einer Niedrigzinsphase herausgegeben wird, so kann der Kurs während der Laufzeit erheblich sinken, wenn die Zinsen steigen.
  3. Sollte das Unternehmen in einer Hochzinsphase ausreichend liquide Mittel zum Rückkauf der Anleihen haben, dann kauft es dieses Anleihen zu tieferen Kursen zurück. Für den Emittenten entsteht ein zusätzlicher außerordentlicher Gewinn.

Anleger, die in Nachranganleihen investieren, sollten die Konditionen genau kennen und die Bonität des Unternehmens auf lange Sicht beurteilen können. Die Kursänderungsrisiken dieser langlaufenden Nachranganleihen auf Grund des Zinsänderungsrisikos und der Bonität sind als hoch anzusehen. Außerdem kann allgemein diesen Anleihen eine Marktenge zugesprochen werden und eine Veräußerung kann von Kursabschlägen geprägt sein.

Eine andere Alternative sind Nachrangdarlehen.

Alternative Anlagen sind beispielsweise Nachrangdarlehen, die am Markt sind und verhältnismäßig kurze Laufzeiten von einem halben Jahr bis 1 Jahr haben. Dier sind aktuell Zinsen zwischen 6 und 8 % zu erzielen. Nachrangdarlehen werden nicht an den Börsen gehandelt und unterliegen nicht den täglichen Kursschwankungen sondern sind Bonitätsabhängig. Die Nachrangdarlehen und deren Besonderheiten können in diesem kurzen Beitrag nicht umfassend abgehandelt werden.

Beispiel zu einer Nachranganleihe
In diesem Blog wurde ein Beitrag zur Bürgeranleihe beschrieben. Diese Bürgeranleihe wird als sogenannte Nachranganleihe an Bürger herausgegeben und beworben. Viele der Bürger und zukünftige Investoren dieser Anleihe haben vermutlich geringe Kenntnisse über nachrangige Anleihen.

hier klicken: >>Informieren Sie sich über ein „Kuckucksei für Bürger“

  One Response to “Nachrangige Anleihen von Unternehmen”

  1. Bei nachrangigen Anleihen muß die Rendite stimmen. Man sollte mehr Zinsen als die ausgeschüttete Dividende bekommen. Sonst macht man auf seine Kosten die Aktionäre reich. Auch dürfen nicht so viele Haken mit Zinsänderung, unbestimmter Rückzahlungstermin usw,. sein . Am Bespiel der Bürgeranleihe Westküstenleistung sollte jeder erkennen, wie grausam ein Anleger behandelt wird. Und dass auch noch politisch gewollt. Wo sind wir denn?

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